Staatsminister Hartloff besucht Ausstellung “Feind ist, wer anders denkt“ in Zweibrücken

„Es ist für unsere Gesellschaft überlebenswichtig, sich immer wieder auch den
dunklen Seiten der Geschichte zu stellen. Es ist notwendig, die Erinnerung daran
wach zu halten, dass die DDR eine Diktatur war, in der Überwachung und
Bespitzelung zum festen Bestandteil des Alltags gehörte“, betonte Justizminister
Jochen Hartloff anlässlich der Eröffnung der Ausstellung “Feind ist, wer anders denkt“
im Herzoglichen Schloss in Zweibrücken, dem Sitz des Pfälzischen
Oberlandesgerichts und der Generalstaatsanwaltschaft.
Minister Hartloff und der Präsident des Pfälzischen Oberlandesgerichts Zweibrücken,
Willi Kestel, sowie der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn,
eröffneten die Ausstellung vor geladenen Gästen.
Die Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen präsentiert die Wanderausstellung “Feind ist,
wer anders denkt“ seit Oktober 2008 in der gesamten Bundesrepublik. Dokumentiert
werden Entstehung, Aufgaben und Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit
der ehemaligen DDR. Aus der Täter- und Opferperspektive wird erläutert, wie die
Staatssicherheit die Macht der SED sicherte und gegen die eigene Bevölkerung
vorging.

In der letzten Zeit seien häufiger Stimmen zu hören, dass es an der Zeit sei, einen
Schlussstrich unter die Beschäftigung mit dieser Vergangenheit zu ziehen.
„Ich warne vor einem solchen Schlussstrich. Über das totalitäre System der DDR
aufzuklären als auch über den Widerstand in der DDR und die damit verbundene
Zivilcourage der handelnden Personen, halte ich für eine nach wie vor unerlässliche
gesamtdeutsche Aufgabe“, bekräftigte Hartloff.
Die DDR-Diktatur zu begreifen sei notwendig, um heute gemeinsam die Demokratie
gestalten zu können. Lange habe man sich nach der Wiedervereinigung auf die
juristische Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit konzentriert. Die Mauerschützenund
Rechtsbeugungsprozesse mit ihren Tausenden von Ermittlungsverfahren seien
wirkliche Mammutaufgaben für die Justiz gewesen.
„Bis zum Ende der DDR hat die Staatssicherheit maßgeblichen Einfluss gehabt. Weite
Teile der Bevölkerung wurden von ihr zum Feindbild erklärt und massiv bekämpft.
Diese Unterdrückungs- und Bespitzelungskultur zeigt Folgen bis zum heutigen Tag
und bedarf der weiteren Aufarbeitung. Dazu trägt diese Ausstellung bei, dafür an
dieser Stelle meine Anerkennung und mein Dank“, so der Minister.
Informationen:
Die Ausstellung wird vom 9. bis zum 21. Dezember 2011 in Zweibrücken für alle interessierten
Bürgerinnen und Bürger zu sehen sein (Besuchszeiten: montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und
freitags von 9 bis 15 Uhr; Gruppenführungen nach telefonischer Anmeldung unter der Telefonnummer
06332 805344). Der Eintritt ist kostenlos. Während der Öffnungszeiten stehen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Stasi-Unterlagen-Behörde für Fragen und weiterführende Informationen zur Verfügung.
Neben einem Ausstellungskatalog ist auch begleitendes Material für Schulen erhältlich.

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